Mit dem Backpacker Rucksack durch Australien – Roadtrip 2

Hallo lieber Leser,  du weißt ja sicher noch, dass nachdem wir Weihnachten und Silvester hinter uns gelassen haben, der Roadtrip noch laaange nicht vorbei war, sondern gerade erst anfing!

Denn jetzt begann die Reise ins australische Outback.

Roadtrip 2 – Auf nach Alice Springs

Ich möchte dich aber erst aufklären, womit wir es hier zu tun haben. Denn nicht jedem ist bewusst, was es mit dieser Reise auf sich hat. Das australische Outback kann man zwar nicht wortwörtlich ins Deutsche übersetzen, aber im Allgemeinen heißt es „Hinterland“. Im australischen Gebrauch symbolisiert es die Wüste, die sich größtenteils übers Northern Territory erstreckt, aber ebenso Teile der restlichen Staaten eingrenzt. Man kann also genauso gut vom „Hinterland“ sprechen, da – ich gehe davon aus, du teilst meine Meinung – man dort auf keine Menschenseele trifft.

7000km durch australisches Hinterland

Hier siehst du die Karte des zweiten Roadtrips

Hier erfährst du meine Reiseroute, welche du in kommenden Blogeinträgen immer wieder verfolgen kannst. Du kannst auch Infos an den Punkten lesen. Und du kannst dich auch via Google Maps an den Orten dort umschauen. Versuche es ruhig 🙂

Wir haben unseren Backpacker Rucksack gepackt und sind am 1. Januar 2016 in Townsville gestartet, dem Flinder Highway gefolgt, bis wir Queensland verlassen haben und Northern Territory passierten. Wir kamen in die erste größere Stadt, namens Alice Springs und sahen den weltberühmten Uluru. Da es nur einen Weg dorthin gibt, waren wir gezwungen, diesen zweimal zu fahren.

Weiter auf dem Stuart- und Princes Highway erreichten wir auf unserem Roadtrip South Australia und damit auch die „Stadt unter der Erde“. Wenige Tage später trafen wir auf die sehnsüchtig erwartete Zivilisation. Ab Adelaide war es dann bis zu unserem Endziel Melbourne nicht mehr weit. Mit der Great Ocean Road schlossen wir unseren Roadtrip nach 14 Tagen ab.

Insgesamt fuhren wir 7000km. Das ist einmal fast durch ganz Europa und mehr als sieben Mal quer durch Deutschland!

Die lange Fahrt merkte man nicht nur unseren Autos an, sie zerrte auch an unseren Nerven und stellte uns täglich vor neue Herausforderungen.

Wie ernähre ich mich auf einem Roadtrip?

Bevor wir von Townsville aus losfuhren, deckten wir uns mit reichlich Nahrung und Flüssigkeit ein.

Das Ganze sah dann ungefähr so aus:

Roadtrip - Mit fdem Backpacker Rucksack durch Australien

Dies war nur meine Ration. Ihr müsst euch das Ganze zweimal vorstellen.

Jetzt bitte keine falschen Schlüsse über meine Ernährung ziehen. Es gibt gute Gründe, warum mein Essen für diese zwei Wochen fast nur aus Dosenfutter bestand. Unsere Ausrüstung beinhaltete zwar einen Gasherd plus Gasflaschen, jedoch habe ich schon vorab mal ein Exempel erprobt. Mein Versuch, darauf Kartoffeln zu braten oder Nudeln zu kochen, war derartig zeitintensiv, sodass ich es erst gar nicht mehr in Erwägung zog, die Tomatensoße auch noch zu erwärmen.

Ein weiterer Grund war unsere Sorge, dass die Gasflaschen nicht lange durchhalten würden, wenn wir mehrere lange Mahlzeiten pro Tag kochen.

Der dritte und letzte Grund war ausschlaggebend für unsere Dosennahrung. Oft kamen wir erst Nachts an unseren „Campingplätzen“ an.

Dies sowie viele weitere Umstände ließen somit das Kochen auf dem gesamten Roadtrip zur Last werden.

Jetzt könntest du behaupten, ich hätte ja Obst und Gemüse mitnehmen können, welches, das beipsielsweise nicht kühl gelagert werden muss. Ich kann guten Gewissens sagen: DAS WAR NICHT MÖGLICH.

Im Outback hatten wir täglich mit über 35 Grad zu kämpfen, eine Temperatur, die mein Nutella in den flüssigen Zustand versetzte. Hinzu kommt, dass wir in diesem Auto LEBTEN. Schimmel oder ähnliche krankheitserregende Bakterien mussten vermieden werden. Auch konnte man sich unterwegs kein frisches Obst kaufen, da wir auf diesen ganzen 7000km auf nur ca. vier Supermärkte trafen, die günstig waren. Natürlich gab es auf dem Weg Tankstellen mit integrierter Lebensmittelabteilung, aber wie auch in Deutschland sind diese weitaus teurer.

Wolkeneinbruch über der Wüste!

Nachdem wir am Neujahrstag aufbrachen, fuhren wir ca. zweieinhalb Stunden bis zu einem Campingplatz an einer Highway Raststätte, der uns mit kostenlosen Duschen und Strom versorgte.

 

Australische Landschaft

Ich habe gefühlte 1000 Bilder, die mir diese wunderschöne australische Landschaft zeigen…

Das Wetterspiel zu Beginn unserer Reise war sehr faszinierend, da in der Wüste keine Berge oder Bäume die Sicht versperren und man kilometerweit sehen konnte. So hat man genau voraussehen können, wann die große Regenfront auf uns zu kommt oder man sie knapp verfehlt.

Backpacker Trip durch australisches Outback

Ich hätte die dicke Wolkendecke mal genießen sollen, als sie noch die Sonne von uns fernhielt…

 

Es war beängstigend, wenn man von Gewitterwolken umzingelt wird und gezwungen ist, diese zu durchzufahren.

Australische Geisterstädte!

Auf dem Weg fuhren wir des Öfteren durch sehr kleine Städte, weshalb ich sie als Geisterstädte bezeichne.

Australien

Man denkt, man befindet sich in einem Ort, dabei ist vor und hinter dem Ortseingangsschild Wüste.

Die Städte sind vergleichbar mit den Dörfern von Deutschland, wo die maximale Einwohnerzahl die 2000 nicht überschreitet, nur, dass solche Australier drei Stunden brauchen bis sie ihren Wocheneinkauf an der Tankstelle machen können.

Ob die sich ihre Lebensmittel wohl per Helikopter liefern lassen?

Windrad in Australien

Dieses Windrad erinnert mich an die alten Westernfilme.

Murmeln des Teufels!

Auf dem Weg nach Alice Springs kamen wir auch an den Devil’s Marbles (Karlu Karlu) vorbei. Dies ist eine heilige Stätte der Aborigines, die über tausend Granitfelsen umfasst.

Backpacker Blog Australien

Diese Felsen liegen verstreut inmitten der Wüste.

Augenweiden auf unserem Roadtrip :)
So sieht es in Australien im Outback aus

Das macht doch einen wackeligen Eindruck, nicht wahr?

 

Unteranderem türmen sich die Felsen übereinander.

Wenn du mehr Fotos und den Trip durchs Outback sehen möchtest dann klicke auf diesen Button

Backpacker Trip Karte

und folge  – mit dem Rucksack durch Australien –  dem Reiseblog auf Googel Maps.

Die Murmeln des Teufels Backpacker Roadtrip 2

Ob hier Karateleute am Werk waren und diesen Felsen mit ihren bloßen Händen zertrümmert haben? Oder doch nur Erosion, welche den weniger spektakulären Grund für diese Formation darstellt…

Liebe Grüße

eure Vani

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Ein Gedanke zu „Mit dem Backpacker Rucksack durch Australien – Roadtrip 2

  1. Dany sagt:

    Hi Vani,

    zum ersten Mal bin ich leicht froh darüber, dass ich dein Jahr in Australien nur visuell miterleben kann. Das soll jedoch nicht heißen, dass ich mich diesem Roadtrip verschließen würde. Ganz im Gegenteil, eine gezielte und ordnungsgemäße Vorbereitung ist bei diesem Trip unerlässlich.

    7000 km mit „Blondie“ ohne große nennenswerte Ereignisse zu erleben, denn „Blondie“ ist ja nicht mehr die „Jüngste“, das bezeichne ich zum einen als eine große Herausforderung und zum anderen als ein großes Glück!

    Also, meine „Anerkennung“ dafür habt ihr!!!

    Mit meinen Lebenserfahrungen, hätte ich mir diesen Trip nur mit einem Neuwagen getraut.
    Hier zeigt sich ganz deutlich die unterschiedliche Herangehensweise der Generationen. Und „DAS“ finde ich sehr gut und soll auch so sein.

    Wie du ja weißt, spüre ich sofort ähnliche Beiträge, Hinweise oder Internetportale auf, sobald ein neuer Eintrag von dir erfolgt ist.
    Dabei ist mir folgender Kommentar ins Auge gefallen. Ich sage dazu nur, „HUMOR“ muss man haben!!!

    Sydney – Ein deutscher Wanderer hat fast drei Wochen im australischen Outback überlebt und sich dabei offenbar von Fliegen ernährt.
    Ein Autofahrer sammelte den 26-jährigen D. an einer einsamen Straße bei Windorah in Queensland ein, berichtete die Polizei.
    Zuvor hatte es eine großangelegte Suchaktion mit Aufrufen im Radio gegeben.
    D. war vor einigen Monaten zu einem Fußmarsch durch das australische Hinterland aufgebrochen; dabei hielt er regelmäßig Kontakt zur Polizei.
    Als er Mitte Februar das Städtchen Windorah verließ, um zum 90 Kilometer entfernten Ort Jundah zu wandern, verirrte er sich und wurde in einem überfluteten Flussgebiet eingeschlossen.
    Der Deutsche, der an Diabetes leidet, ernährte sich nach eigenen Angaben von Insekten, nachdem sein Proviant aufgebraucht war. Selbst die australischen Rettungskräfte waren verblüfft über seine Geschichte. „Wenn man es nicht mit eigenen Ohren gehört hätte, würde man es nicht glauben“, sagte Polizist Mark Henderson dem Sender ABC.
    „Er machte Witze darüber, dass man im australischen Outback nie hungrig wird, weil man so viele Fliegen essen kann.“
    Nach seiner Rettung entschuldigte sich der 26-Jährige laut Polizei, dass er die Suchaktion ausgelöst hatte. Er habe seine Lage gar nicht so prekär gefunden.
    Eine medizinische Behandlung lehnte er ab. „Er war zweifellos hungrig, aber ansonsten in einer guten Verfassung“, sagte Henderson.

    Dann doch lieber Dosenfutter, nicht wahr Vani ……………………….!!!

    Ja, das Outback in Australien steht für endlose Weite, Menschenleere und Abgeschiedenheit. Alles, was nicht in Küstennähe liegt, bezeichnen die Australier ja als Outback.
    Wer schon einmal, wie Vani, in Down Under war, der weiß, dass der 5. Kontinent stark vom Outback geprägt wird. Und obwohl die Menschen es weitestgehend meiden, ist dieser Ort aufgrund seines Rohstoffreichtums zu einem Großteil für den Wohlstand des Landes verantwortlich.
    War mir nicht wirklich bewusst!

    Das Outback bedeckt circa drei Viertel der gesamten Fläche des roten Kontinents. Man liest, dass das Outback trotz seines extremen Klimas und seiner scheinbar menschenfeindlichen Bedingungen voller Leben und Artenvielfalt ist, da es einigen Pflanzen- und Tierarten im Laufe der Evolution möglich war, sich an die hier vorherrschenden Extrembedingungen anzupassen.

    Dahingehend vermisse ich deine Begegnungen mit der Tierwelt. Konntest du überhaupt Kontakte mit z.B. Kängurus u.a. Tiere machen???????? Meine „persönlich“ größte Sorge während deines Roadtrips!

    Auch sprichst du in deinem Beitrag von den erlebten Wetterkapriolen. Im Sommer sollen die Temperaturen bis zu 50 Grad ansteigen, so dass ein komfortables Leben unter diesen Bedingungen kaum denkbar erscheint und die Menschen nur überleben können, indem sie sich voll und ganz an die extremen Bedingungen anpassen.

    Wie hast du es nur ausgehalten??? Wir können, als Europäer, mit solchen Temperaturen ja kaum umgehen….

    Diese Anpassungen an die extremen Bedingungen, seitens der Australier, spiegeln sich nun in den „Städten unter der Erde“ wieder. Konntest du dahingehend in der Stadt „South Australia“
    unterirdische Besichtigungen vornehmen??? Mir fielen bei meinen Recherchen Bilder von einer weiteren Stadt unter der Erde, wie „Coober Pedy“ ins Auge. Das man mit unterirdischen Städten
    somit der unerträglichen Hitze aus dem Wege gehen kann, steht außer Frage.
    Da ich diese Lebensweise faszinierend und einzigartig finde, steigt bei mir der Wunsch enorm, solche Stätten zu besichtigen. Ein zusätzlicher Punkt auf meiner Australien-Liste!

    Einen weiteren Beweis dafür, dass der trockene, heiße Lebensraum vom Menschen durchaus bewohnbar ist, liefert auf eurem Weg im Outback die 1. „Wüstenhauptstadt“
    Alice Springs im wilden Bundesstaat Northern Territory. Auch wenn man Alice Springs als Wüstenhauptstadt betitelt, so trifft sich dort die Zivilisation. Ich denke, dass du mir diesbezüglich recht geben wirst. Eine kurze Verschnaufpause in der „sogenannten Gesittung“ während eurer Reise in der Abgeschiedenheit.

    Weiterhin berichtest du von der heiligen Stätte „Karlu Karlu“ der Aborigines. Eine sehr sehenswerte Kultur! Neben den heiligen Stätten schüren bei mir Informationen über die Aborigines auch sehr großes Interesse. Folgende Kurz-Investigation meinerseits dazu:

    Vor ungefähr 50.000 Jahren gelang es den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, über eine Landbrücke aus Indonesien den 5. Kontinent zu bereisen.
    Sie waren in der Lage, sich optimal an ihre Umgebung anzupassen und konnten daher auch den schwierigen Lebensbedingungen im australischen Outback bestens trotzen.
    Sowohl die hohen Temperaturen als auch die enorme Trockenheit stellten für die Ureinwohner kein unüberwindbares Hindernis dar. Im Gegenteil, die Aborigines entwickelten unter genau diesen extremen Bedingungen eine faszinierende Kultur, die von einer höchst interessanten und naturverbundenen Philosophie geprägt wird. Heute leben fast alle Aborigines in Großstädten oder in Reservaten und müssen mit den Alltagsproblemen der europäischen Zivilisation klar kommen, die offensichtlich nicht zu ihrer ursprünglichen Lebensweise passen.

    Eines ist jedenfalls klar:

    Egal, ob das tropische Outback im Norden von Queensland oder die rote, trockene Wüste im Herzen des Landes, es zeichnet sich stets durch Extreme und Gegensätze aus.
    Trotz dieser Extrembedingungen hat der Mensch sich im Laufe der Zeit an die Natur angepasst und es sogar geschafft, einen Tourismuszweig zu etablieren.
    So sind beispielsweise das Wahrzeichen des roten Kontinents, der Ayers Rock (Uluru), die Olgas (Kata Tjuta), die Pinnacles oder der Wave Rock beliebte
    Touristenattraktionen.

    Deine Besichtigung des Ayers Rock wird dir hundertprozentig im Gedächtnis bleiben und ich beneide dich wieder einmal um deine Besuche auf dem Kontinent.
    Sicherlich entfällt einem die Sprache bei Anblicken dieser Wahrzeichen auf diversen Bildern. Und doch können wir Daheimgebliebenen nicht einmal ansatzweise nachempfinden, was und wie du die Reise durch das australische Hinterland erlebt hast!!!

    Jetzt, nachdem du wieder in der Zivilisation angekommen bist kann ich es sagen. Deiner gesamten Reise im Outback über, habe ich mit großer Besorgnis und Ängsten entgegengesehen und letztendlich gegenüber gestanden. Meine Nervosität war extrem spürbar und mein Schlaf hielt sich in Grenzen. Um so erleichterter bin ich, dass du unversehrt in Melbourne gelandet bist!!! Jedes Elternteil wird sicherlich meine Unsicherheit im „Loslassen“ seines „inzwischen erwachsenen Kindes“ verstehen und nachvollziehen können.

    Bis bald,

    Mamschki

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