Als Backpacker Silvester in Australien verbringen

Silvester in Australien – ein Glück bin ich nicht gläubig

Frohes neues Jahr 2016, ich weiß, auch diese Grüße kommen etwas verspätet, aber es passiert nun mal mehr in einer Woche, als wie ich in zwei Blogeinträgen niederschreiben könnte.

Kannst du dir vorstellen, dass wir jetzt schon wieder ein neues Jahr haben und uns sogar schon im zweiten Monat befinden?! Wenn das Jahresende ran ist, kommt es mir immer so vor, als wäre das Jahr wie im Flug vergangen.

2015 war ein recht erlebnisreiches Jahr: Ich hatte meine Abschlussprüfungen mit anschließendem Abiball, die Mottowoche und den letzten Schultag sowie einen wundervollen Sommer, wo ich meine Freizeit mit jedem Atemzug genießen konnte, ohne eine bestimmte Deadline im Hinterkopf zu haben.

Ich habe über einen längeren Zeitraum bei Edeka gearbeitet – was eine interessante Erfahrung war – und bin letztendlich nach Australien geflogen. Wow, so viel passiert, in nur einem Jahr.

Aber ich schweife zu sehr ab. Du möchtest doch sicherlich wissen, wie die Australier Silvester feiern und wie ich mein Silvester gefeiert habe.

Silvesternacht in Townsville!

Chris, zwei Freundinnen von ihm und ich waren zu diesem Zeitpunkt in Townsville. (Ich erinnere dich nochmal, Weihnachten waren wir in Airlie Beach) Da meine 3-Tages-Tour zu den Whitsunday Islands bis zum 31. ging, kamen wir an Silvester Eve gegen späten Nachmittag auf einem anderen Campingplatz an.

Vielleicht erinnerst du dich zurück, unseren ersten Aufenthalt in Townsville verbrachten wir auf dem Tankstellenparkplatz…

An Silvester wiederum waren wir auf einem Campingplatz direkt am Strand, was eine sehr schöne Kulisse darstellte.

Nach meiner Bootstour durfte ich nach zwei Tagen endlich das Salz von meiner Haut abspülen. Leider fand auch diese Dusche im Freien statt, was eine ziemliche Herausforderung war, da die Außentemperatur schon bei unter 18 Grad lag…

Diesmal hübsch aufgebrezelt mit Kleid und Hemd ging es für uns zu ‚The Strand‘, wo wir uns das öffentliche Feuerwerk ansehen wollten.

Silvester in Australien

Nicht wundern, es wurde zum späten Abend hin voller.

Um sich die Wartezeit zu vertreiben, konnte man sich im Park niederlassen. Es wurde auf einer Leinwand ein Film namens „Papertown“ gezeigt. Nebenbei konnte man seine eigenen Snacks verputzen oder sich an aufgebauten Imbissbuden mit Essen eindecken.

Hotdog oder nichts, klasse Auswahl

Ich muss zugeben, die Auswahl war etwas dürftig.

Wir ließen uns am Strand nieder, weil das Feuerwerk über dem Wasser stattfand und wir uns gute Plätze sichern wollten.

Hier gehen Kinder an Silvester in Australien badeb

Total ungewohnt für mich an Silvester: die Kids gingen baden!

Ich wünschte, ich hätte mich erinnert, dass wir Sommer haben, dann wäre ich an Silvester auch baden gegangen. Das wäre mal eine komplett neue Erfahrung gewesen, aber kann man leider nicht ändern.

Eigene Traditionen vermischt mit australischer Verspätung!

Mit Musik, Tanz und Geschwätz vertrieben wir uns die Zeit bis Mitternacht.

Ich bin zu spät reingerutscht!

Du musst wissen, laut Familientradition springe ich 00:00 Uhr immer von etwas hinunter. Man denkt sich dabei, dass man sozusagen „ins neue Jahr springt“. In Australien wollte ich auf diese Tradition natürlich nicht verzichten. Also kurz vor Mitternacht – ca. 3 Minuten vorher – verließ ich meinen Platz, um mich auf die nächstbeste Treppe oder Bank zu stellen.

Jetzt stell dir vor, da drehe ich dem Ozean doch gerade meinen Rücken zu, da geht das Feuerwerk los!?

Als Backpacker Silvester in Australien verbringen

Feuerwerk am dem Ozean zu Silvester. Traumkulisse!

Ich dachte mir auch nur, was geht denn jetzt ab. Nun wusste ich nicht, was ich zuerst machen sollte. Ich bin schnell zur Treppe gehuscht, verspätet reingesprungen, hab anschließend beim Gruppenkuscheln mitgewirkt und mich dann wenige Minuten später dem Feuerwerk gewidmet.

Ich muss zugeben, das Feuerwerk war sehr, sehr schön, insbesondere das Finale hat mir gefallen.

Australisches Silvester hat mich enttäuscht!

Jetzt habe ich doch eigentlich nichts Schlechtes erzählt, warum bin ich dann enttäuscht?! Das kann ich dir erzählen. Es geht damit los, dass Knallen im privaten Haushalt in Australien verboten ist. Dies bedeutet, man ist auf die öffentlichen Feuerwerke angewiesen. Hinzu kommt, dass es aber nicht erlaubt ist, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Diese Entscheidung hat Vor- und Nachteile und ich möchte sie auch nicht in Frage stellen, da ich sie eigentlich befürworte, aber nichtsdestotrotz würde diese Kombination in Deutschland meiner Meinung gar nicht möglich sein. Deutsche können nicht ohne Alkohol und wenn sie ihr Neujahr dann aber auf der Straße feiern sollen, würde eventuell keine Stimmung aufkommen, da für viele der Alkohol die Laune aufheitert.

Nächster Aspekt, der mir negativ auffiel, war der fehlende Countdown. Es wurde nicht heruntergezählt und da jede Armbanduhr anders geht, kann man sich darauf nicht verlassen.  So kam es, dass ich beispielsweise verspätet im Jahr 2016 gelandet bin…

Was mich aber am meisten verwundert und auch gestört hat war, die „kalte Atmosphäre“, die vorherrschte.  Sobald es 00:00 Uhr ist, liegen sich doch alle Menschen in den Armen und wünschen sich nur das Beste fürs kommende Jahr, nicht wahr?

Was haben dagegen die Australier gemacht? Sie saßen am Strand und sahen sich einfach nur das Feuerwerk an. Es gab kein Anstoßen, keine Wünsche, keine Zärtlichkeiten, nichts dergleichen.

Hier siehst du das Silvester Feuerwerks Finale

Natürlich habe ich DAS Finale für dich festgehalten.

Aber der krönende Abschluss für mich kam nach dem Feuerwerk, als alle einfach aufgestanden und gegangen sind. Es wurde nicht mehr gefeiert, die Umarmungen blieben weiterhin aus und geredet wurde auch kaum.

Ohne Witz, wir und andere Deutsche waren ca. 00:15 Uhr fast die einzigen am Strand !!

Hinzu kommt, dass ich nicht mal meine eigenen Traditionen bewahren konnte und auch keinen Pfannkuchen hatte. -.-

Genug gemeckert, da die anderen aus meiner Gruppe reichlich Alkohol getrunken haben, war ich dafür verantwortlich, alle nach Hause zu fahren, wo ich zu sehr später Zeit auf dem Vordersitz Schlaf fand…

Am nächsten Morgen bin ich zu deutscher Zeit noch ein weiteres Mal ins neue Jahr gesprungen und diesmal auch nicht verspätet. Na ja, doppelt hält besser, nicht wahr?

 

Liebe Grüße,

Vani

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Ein Gedanke zu „Silvester in Australien – ein Glück bin ich nicht gläubig

  1. Dany sagt:

    Hallo Vani,

    auch von mir noch einmal ein „GESUNDES UND GLÜCKLICHES NEUES JAHR“.

    Die Zeit vergeht wie im Fluge. Genau in 26 Tagen haben wir Ostern, nein, wir feiern Ostern! Hierzulande sind auch diese Traditionen sehr, sehr schön! Alleine die Vorbereitungen wie, Ostereier färben, das Zimmer mit einem Osterstrauß schmücken, den Festtagsbraten besorgen und letztendlich die Zusammenkunft der Familie bringen Freude und Glücksmomente hervor.

    Wie fühlt sich nun Ostern in Australien an? Werden dort Traditionen zelebriert? Betrachtet man den kirchlichen Aspekt könnte ich mir vorstellen, dass auch in Australien diese Feiertage Berücksichtigung finden.
    Ich verzichte zunächst auf die „Googellei“ und schaue, ob du uns diesbezüglich vielleicht in einem weiteren Blogeintrag darüber informierst.

    Du hast dein vergangenes Jahr erneut Revue passieren lassen. Somit hast du dich noch einmal intensiv an das alte Jahr erinnert und dabei festgestellt, wieviel du doch in einem Jahr erlebt und geschafft hast. Vor allem, in welcher Geschwindigkeit! Abiprüfungen hat man nur einmal im Leben, um so mehr hast du dir nun dein Jahr in Australien verdient! Wobei es hier vorrangig nicht wirklich um das „Verdienen“ geht, sondern um die Möglichkeit, sich auszuprobieren, neue Vorstellungen, Ideen und Wünsche zu entwickeln, vielleicht neue Wege zu erkunden! Es ist ein großes Geschenk, welches man sich zu Nutze machen sollte. Du erfüllst dir bereits diesen Traum und arbeitest täglich daran.

    Das bewundere ich sehr an dir!!!

    Zurück zum Jahreswechsel.
    Neben deinen weniger angenehmen Empfindungen bezüglich deines Silvesterabend findet man auch hier trotz allem etwas Positives. Damit meine ich z. B. die Traumkulisse. Ein Feuerwerk am Strand zu erleben, dass stelle ich mir sehr romantisch vor. Hinzu kommen die Außentemperaturen. Sicherlich sind 18°C für eine wohltuende Dusche nicht unbedingt sehr angenehm, jedoch für einen Abend im Freien sehr nützlich. Bedenkt man dabei, wie sich hierzulande die Menschen am Brandenburger Tor zusammen finden und den gemeinsamen Gefrierakt inszenieren.
    Mich fröstelt gleich wieder.
    Was mir auch noch gefällt ist der Fakt, wie bei euch die Wartezeit überbrückt wurde. Was die Auswahl der Imbissbuden anbelangt, ja, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich denke, dass wir diesbezüglich doch recht verwöhnt sind. Wie heißt es so schön: Essen hält Leib und Seele zusammen! Welches Fest man hier auch begeht, die Hauptattraktionen beziehen sich grundsätzlich immer auf, etwas spöttisch ausgedrückt, die „Fressereien“!

    Das dir im Nachhinein das nächtliche Bad im Meer doch gefehlt hat, verstehe ich. Ich glaube, ich hätte es mir nicht entgehen lassen. Als nicht „Involvierte“ kann ich große Töne spucken!

    Du schreibst davon, dass dein Sprung ins australische Jahr 2016 zu spät erfolgt ist. Bilde dir doch einfach ein, dass die Uhr des Pyrotechnikers falsch ging! Zumal dein Sprung nach deutscher Zeit perfekt geklappt hat. Dein Zweifachsprung hebt somit die Verspätung des „Ersteren“ auf.

    Die Kühle des australischen Volkes, während des Jahreswechsels, finde ich auch etwas befremdlich. Zum Glück kam in deinem Fall der bei uns übliche Kuschelfaktor nicht zu kurz!

    Wieder einmal hast du Erfahrungen gemacht die so ganz anders waren, als wie du sie bis dato kanntest. Auch in diesem Fall weißt du einmal mehr, unsere Traditionen zu schätzen. Du hast „UNS“ wieder etwas VORAUS!

    Diesen Umstand finde ich erfreulich und ist ein weiterer Bestandteil deiner Erfahrungen!

    Bin mal gespannt, wie dein nächstes Silvester aussehen wird!

    Bis bald,

    Mamschki

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